Durch die neue Gebäudetechnik wird das regulieren von Luftbewegung, -temperatur und -feuchtigkeit ein Kinderspiel.

Die Sixtinische Kapelle im Vatikan in Rom ist eines der Wahrzeichen der Stadt und wird von vielen Millionen Menschen jedes Jahr besucht. Diese bringen jede Menge Wärme, Feuchtigkeit, Staub und Kohlenstoffdioxid hinein, die sich auf die Jahrhunderte alten Wand- und Deckenfresken katastrophal auswirken.

Bereits 1993 hatte die Kapelle ein neues Klimasystem erhalten, dieses ist aber mit den heutigen Besucherzahlen mehr als überlastet.

Die Ingenieure des Unternehmens Carrier entwickelten ein neues Heiz-, Lüftungs- und Klimasystem, das sich an die ändernden Anforderungen anpasst und dessen Elemente sich unauffällig in das alte Gebäude einfügen.

Nach der zweijährigen Entwicklungsphase kamen die Ingenieure zu dem Ergebnis, dass mittlerweile für ein gutes Klima im Innenraum dreimal mehr Luft benötigt wird und weiterhin aber zum Schutze der Kunstwerke keinerlei Luftbewegung entstehen durfte.

Die neu entwickelte Gebäudetechnik und dahingehend  auch das Klimakonzept setzt sich aus zwei identischen Untersystemen zusammen, die doppelt so effizient arbeiten wie die alte Anlage. Sechs Filterstufen der Klimatisierungseinheiten können sowohl heizen und kühlen als auch be- und entfeuchten. Jedes System verfügt über Pumpen, Filter und wassergekühlte Kühlanlagen. Die Luft in der Kapelle wird über 60 Sensoren gemessen und Kameras, die die genaue Anzahl der anwesenden Personen ermitteln. Alle Einheiten sind elektronisch miteinander verbunden, sodass das Klimasystem schnell reagieren kann. Vor einem Luftaustausch werden Frisch- und Abluft zunächst zusammengeführt, thermisch behandelt und gefiltert. Die überschüssige Wärme wird durch einen Wärmetauscher nach Außen abgeleitet. Das beim Entfeuchten anfallende Wasser wird zum Kühlen genutzt. Diffusoren in den Fenstern geben die Frischluft an den Raum ab und sind mit einer gelochten Platte ausgestattet, die den Luftstroms verlangsamt und einen Stillstand der Luft gewährleistet.

Auch die technische Ausrüstung musste den strengen Auflagen des Denkmalschutzes entsprechen, deshalb nutzt das neue Klimasystem das alte Luftkanalnetz und auf der Dachterrasse in unmittelbarer Nähe zur Kapelle wurde ein flacher Maschinenraum aufgebaut.

Heute einmal eine außergewöhnlicher Blogbeitrag zum Thema Gebäudetechnik !

Ihr Finest System Team

Bildnachweis: Carrier